Heilung

Dankbarer Samariter

Heilung
Theologe Peter Riel, Nürnberg
am Donnerstag, 10.10.2019 - 07:41

Von zehn geheilten Aussätzigen kehrt nur einer um, um zu danken.

Auf dem Weg nach Jerusalem begegnet Jesus in einem Dorf zehn Aussätzigen. Sie bleiben im gebotenen Abstand stehen und rufen: „Erbarme dich unser!“ Jesus sieht sie an: „Geht und zeigt euch den Priestern.“ Die Priester waren für die Feststellung zuständig, ob jemand rein oder unrein ist. Menschen mit Aussatz waren unrein. Im Aussatz sah man außerdem eine Strafe des Himmels. Aussätzige galten so viel wie Tote. In Israel gab es außerdem die strenge Regel, wer Aussatz hatte, der musste sich von dem Rest der Gesellschaft fernhalten.

Auf dem Weg zu den Priestern werden nun alle zehn Männer geheilt. Einer von ihnen, ein Samariter, kehrt um und preist Gott mit lauter Stimme, als er „sah, dass er gesund geworden war.“ Er fällt vor Jesus auf sein Angesicht, dankt ihm für seine Heilung. Jesus antwortet: „Sind nicht zehn rein geworden? Wo sind aber die anderen neun?“. Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrt, um Gott die Ehre zu geben, als dieser Fremde? Dann erst spricht Jesus zu dem Samariter: „Steh auf, dein Glaube hat dir geholfen.“

Ausgerechnet ein Samariter kehrt um, einer, der die falsche Bibel hat und nicht rechtgläubig ist in den Augen der Juden, so einer kommt zum Glauben an Jesus.

Juden und Samariter lebten in einem gespannten Verhältnis. Die Verheißung des Heilsangebotes an Israel galt zunächst den Juden. Zugleich aber war sich Jesus gewiss, mit seiner Sendung hat für alle Völker die Heilszeit begonnen.

Die Gruppe der Aussätzigen hält das gemeinsame Leid zusammen. Da wird nicht mehr gefragt, was jeder glaubt und wo er herkommt. Aber dieser eine, der umkehrt, Gott anbetet und Jesus seinen Dank bringt, war ein Samariter. Er hat sein Herz Gott geöffnet. Ihn hat der Glaube nicht nur gesund gemacht, sondern gerettet. Dankbar werden wohl alle Zehn gewesen sein. Aber nur einer erkennt Gott in dem, was er erfahren hat. Das ist der Unterschied. Nur einer sieht Gott in Jesus handeln. Der Samariter erkennt mit dem Herzen, wo er hingehört. Gott ist nicht länger sein strafendes Gegenüber geblieben, sondern hat ihm die Hand gereicht und ihn als sein Kind angenommen.