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Wissen für Kinder

Brett vorm Kopf: Woher kommen Redewendungen?

Ein Junge im kariertem Hemd hält sich ein Brett vor dem Kopf. Er steht vor einem weinrotem Hintergrund.
Anja Kersten
am Samstag, 03.07.2021 - 07:10

Unser Hahn Krähgor erklärt den Kindern, wo die Redewendungen "auf dem Schlauch stehen" und "ein Brett vor dem Kopf" herkommen.

Liebe Kinder,

Der Hahn Krähgor. Er ist gezeichnet und hat buntes Gefieder.

Michael will ein Buchstabenrätsel lösen. Aber soviel er auch nachdenkt, es will ihm kein Baum mit B einfallen. „Kennst du einen Laubbaum mit fünf Buchstaben, der mit B anfängt und in der Mitte ein c hat?“ fragt er seine Schwester.

„Das ist doch supereinfach“, antwortet sie, anstatt ihm zu helfen. „Hast du ein Brett vor dem Kopf?“, ärgert sie ihn dann noch. Nein, das hat Michael nicht. Da ist er sich ganz sicher, auch wenn er die Lösung nicht sofort weiß. Was meint seine Schwester damit?

Woher kommt das Sprichwort?

Sie will damit sagen, dass er etwas, das eigentlich klar ist, nicht sieht oder es ihm nicht einfällt. Das Sprichwort kommt aus der Landwirtschaft, als die Bauern die Felder noch mit Ochsen bearbeiteten. Damit die Tiere sich nicht erschreckten, wenn sie irgendetwas Ungewöhnliches sahen oder von der Arbeit abgelenkt wurden, hat man ihnen ein Brett vor den Kopf gehängt. Sie ließen sich dann leichter führen. Weil die Leute die Ochsen für dumme Tiere hielten, dachten sie, das Brett würde den Ochsen nicht nur am Sehen, sondern auch am Denken hindern.

Und zurück zu Michael: „Ich hab's, es ist die Buche“, jubelt er kurz darauf. „Das war ja dann doch wirklich einfach.“

Auf dem Schlauch stehen

Es gibt noch einen Spruch mit ähnlicher Bedeutung: Wer „auf dem Schlauch steht“, versteht etwas nicht oder kommt beim Denken einfach nicht weiter. Bildlich kann man sich das so vorstellen: Jemand steht, ohne es zu merken, auf dem Gartenschlauch und wundert sich, dass kein Wasser heraus kommt. Die Redensart leitet sich von der Vorstellung ab, dass Gedanken „fließen“ und manchmal unterbrochen werden. Auch wenn etwas nicht richtig funktioniert und gut läuft, „steht man sprichwörtlich ganz schön auf dem Schlauch“.

Bis bald,

Euer Krähgor

 

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