26.05.2010 14:51

Lerchenfenster

Naturschutz ist für Landwirte kein Fremdwort

Niederraunau/Lks. Günzburg – Anton Heiß tat es jedesmal von Herzen weh: Wenn er im Frühjahr zum Spritzen in sein Weizenfeld fuhr, stiegen oft Lerchen aus den Fahrgassen auf. Und jedesmal wusste Heiß, dass er entweder ein Lerchengelege überfahren hatte oder es gleich überfahren wird. Um dies künftig zu verhindern, hat sich der Landwirt aus Niederraunau einer Initiative des Landesbunds für Vogelschutz angeschlossen und im Weizenfeld sogenannte „Lerchenfenster“ angelegt.

© Ammich
Gemeinsam stellten Matthias Letzing, Anton Heiß, Kreisbäuerin Christine Haiß, Lothar Birzle, Vizekreisobmann Maximilian Mayer und Michael Wiedemann (von links) im Rahmen des Projekts „1000 Äcker für die Feldlerche“ bei Krumbach eine schmucke Hinweistafel auf.
Die Feldlerche gehört in unserer Heimat wie der Kiebitz oder der Mäusebussard zur offenen Kulturlandschaft. In den vergangenen Jahren ist der Lerchenbestand jedoch stark geschrumpft. In den dichten Wintergetreidebeständen findet der Vogel kaum mehr geeignete Brutplätze. Um hier Abhilfe zu schaffen, hat der Landesbund für Vogelschutz in Kooperation mit dem Deutschen Bauernverband das Projekt „1000 Äcker für die Feldlerche“ ins Leben gerufen. Das Projekt fußt auf dem von britischen Naturschützern und Landwirten entwickelten „Lerchenfenster“. Dabei handelt es sich um kleine künstliche Lücken inmitten der Getreideäcker. Zwei Fenster pro Hektar reichen bereits aus, um den Bruterfolg der Feldlerche signifikant zu erhöhen, heißt es in einem gemeinsamen Faltblatt der Vogelschützer und des DBV. Von den Fenstern profitieren jedoch auch andere Feldtiere wie das Rebhuhn oder der Feldhase. Für ihre freiwillige Teilnahme an der Aktion erhalten die Landwirte Hinweistafeln zur Aufstellung am Feldrand. Eine solche Tafel konnte kürzlich auch Anton Heiß an seinem Winterweizenfeld unweit von Krumbach aufstellen. Auch sein Berufskollege und Feldnachbar Lothar Birzle macht mit. Heiß stellt ein Feld mit 2,8 ha und Birzle eines mit 4,1 ha für das Lerchen-Projekt zur Verfügung. Jeweils drei Flächen mit einem Umgriff von rund 20 m² haben die beiden in ihren Getreidefeldern von Pflanzen freigehalten. Der Verlust hält sich mit zwei bis fünf Euro pro Feld in engen Grenzen, sagt Heiß.
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