09.06.2010 08:30

Die Energiebox

Hackschnitzelheizung im Anbau

Altötting - Bei Nahwärmeversorgungen auf Holzenergiebasis versucht man üblicherweise, den Heizkessel möglichst groß zu wählen und möglichst viele Anschließer zu gewinnen, weil sich dann die Anschaffungskosten am ehesten rechnen. Diese Annahme wollen zwei Altöttinger mit ihrer Energiebox widerlegen.

Landwirt Georg Sterflinger, der sich auf Gartenbau spezialisiert hat, hat kürzlich in Altötting einen Blumenverkaufsladen gebaut. Sein Nachbar dort ist der Altöttinger Stadtrat Anton Dingl, ein in Sachen Alternativenergien höchst umtriebiger Mann. Miteinander haben sie ein Heizkonzept für das neue Ladengebäude und die bestehenden Wohnhäuser entwickelt. Heraus kam die „Energiebox“, ein Anbau, in dem eine komplette Biomasseheiz­anlage samt Brennstofflagerung untergebracht ist. „Wir wollten damit zeigen, dass man auch in der Stadt eine Biomasseheizung mit Hackschnitzeln betreiben kann und nicht unbedingt Pellets braucht“, sagt Georg Sterflinger. Für die Energiebox wurden Komponenten von verschiedenen Herstellern verwendet. Die „Box“ ist ein Gebäude aus Holzrahmen-Fertigteilen, das ohne Tiefbauarbeiten nur auf einer selbsttragenden Betonbodenplatte aufgestellt werden kann. Integriert ist ein 30 Kubikmeter großes Hackschnitzellager, das über eine außen liegende, fest installierte Befüllschnecke aufgefüllt wird. Auf dem Dach sind zusätzlich fünf Quadratmeter Solarkollektoren installiert, die im Sommer die Warmwasserbereitung übernehmen. Im kleinen Heiztechnikteil der Box sind der 45-kW-Heizkessel, ein 800 Liter großer Pufferspeicher und ein Teil der sehr einfach gestalteten Installationstechnik untergebracht. Mehr dazu können Sie im Wochenblatt Nr. 23 lesen.
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